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Frederick Tag eröffnet



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Schillerschüler feiern Frederick-Tag

Leseförderung als Ziel: Regierungspräsident eröffnet in Offenburg die landesweiten Frederick-Tage / Viel Lob für Stadtbibliothek

von Helmut Seller (BZ)

OFFENBURG. Eine Million Euro wendet die Stadt Offenburg jährlich für ihre Stadtbibliothek auf — mit Erfolg. Seit dem Umzug vor zehn Jahren in moderne Räume auf dem Kulturforum wurde die Zahl der Entleihungen auf 500 000 im Jahr verdoppelt. Regierungspräsident Würtenberger lobte die Einrichtung gestern als einen "Leuchtturm im Bibliothekswesen am Oberrhein" . Er war nach Offenburg gekommen, um die landesweiten Frederick-Tage zu eröffnen, durch die Kindern die Freude am Lesen vermittelt werden soll.

 

Die Maus Frederick sammelt Wörter, Farben und Sonnenstrahlen: Seit elf Jahren ist die Bilderbuchfigur von Leo Lionni Patin der Frederick-Tage, der größten Veranstaltung im Land zur Leseförderung. Bürgermeister Christoph Jopen freute sich, dass Offenburg als erste Stadt im Regierungsbezirk Freiburg auserwählt worden war, um die landesweite Veranstaltung symbolisch zu eröffnen. 114 000 Medien umfasst die Offenburger Bibliothek. Unter den städtischen Angeboten sei
sie eine der Einrichtungen, die finanziell am stärksten gefördert würden. Für Kinder ist der Bibliotheksausweis kostenlos, Erwachsene bekommen ihn für lediglich 22 Euro im Jahr. Laut ihrem Leiter Ralf Eisermann wird die Stadtbibliothek zu etwa einem Drittel von Kindern und Jugendlichen benutzt. Dabei sei ein erfreulicher Trend zu steigenden Entleihungen zu erkennen. Dies gelte nicht nur für DVDs, Spiele oder Hörbücher, sondern insbesondere auch für Bücher.

Julian Würtenberger vernahm dies gerne: "Lesekompetenz ist eine wichtige kulturelle Grundlage und unverzichtbare Voraussetzung für das Berufsleben." Es reiche heute nicht mehr, mit einem PC umgehen zu können: "Wer im Umgang mit dem Wort nicht geübt ist, wird wenig beruflichen Erfolg haben." Er würde sich freuen, so der Regierungspräsident, wenn möglichst viele Kinder die Angebote der Frederickstage nutzten. "Je früher und spielerischer Kinder mit Vorlesen und Lesen in Kontakt kommen, desto mehr wird Lesen eine selbstverständliche und alltägliche Tätigkeit werden." In den bisherigen zehn Jahren seien landesweit mit 23 000 Veranstaltungen mehr als eine Million Menschen erreicht worden. Dass es allein in diesem Jahr zu den Frederickstagen 2800 Veranstaltungen in den baden-württembergischen Bibliotheken und Schulen gebe, zeuge von einem weiteren Aufwärtstrend. Die Bandbreite der Ideen reiche dabei vom Frühstück in der Bibliothek über Treffen mit Autoren bis hin zu Lese-Nächten oder Lese-Wanderungen. Für ausbaufähig hält Würtenberger die Vernetzung von Bibliotheken und Schulen. Auch Christoph Jopen sieht in der Zusammenarbeit mit den Schulen die Chance, die Jugendlichen fürs Lesen zu gewinnen. Als Beispiel nannte er die vor kurzem eröffnete Außenstelle der Bibliothek am Schulzentrum Nordwest, wo Bücher bestellt und abgeholt werden können. Dass sich sein Haus mit diversen Aktionen um das junge Publikum bemüht, machte Bibliothekschef Ralf Eisermann am Beispiel der wöchentlichen Vorlesenachmittage und der Zusammenarbeit mit der Lesewelt Ortenau deutlich. Zudem gibt es Klassenführungen für alle Schularten, Lesenächte und Computer mit Internetzugang. Mit jährlich 170 Veranstaltungen würden 5000 Teilnehmer erreicht. Für Giselher Reichardt, Leiter der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen beim Regierungspräsidium Freiburg, steht fest, dass Mittel für Bibliotheken stets gut angelegt ist: "Das sind Investitionen in die Köpfe und damit in die Zukunft der Gesellschaft."

Insgesamt gibt es im Land 800 öffentliche Bibliotheken mit zusammen 15 Millionen Medien, jährlich 24 Millionen Besuchern und 57 Millionen Entleihungen.