Schiller-Schüler bei "Jugend forscht"


Die Tüftler: Christian Voigt, Alex Schmidt, Heinrich Bernhardt (Foto: Britta Kuck)
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Der Asket unter den Computern
OFFENBURG. Nachwuchsforscher braucht das Land: Beim ersten Regionalwettbewerb Mittelbaden/Enz von "Jugend forscht" in Pforzheim am 3. März stellen drei Tüftler vom Offenburger Schiller-Gymnasium ihr Projekt vor. Ihr Ziel war, einen Rechner einzurichten, der Strom spart, indem er nur die Leistung bringt, die der Nutzer jeweils auch wirklich braucht.
Christian Voigt, Alex Schmidt und Heinrich Bernhardt haben sich in der Experimentier-AG des Schiller-Gymnasiums kennen gelernt. Die drei 19-Jährigen basteln einfach gerne. Alex erinnert sich noch an einen seiner ersten Versuche. Die Schul-AG hatte einen Wettbewerb gestartet: Aus Spaghetti sollten die Schüler stabile Mini-Brücken bauen. "Meine Brücke hat 2,5 Kilo ausgehalten", sagt Alex stolz – er hatte den Wettbewerb gewonnen.
"Bei Cola und Burger haben wir uns Gedanken gemacht."
<cite>Christian Voigt</cite>
Später, als auch Heinrich und Christian, die beiden Abiturienten, in die Experimentier-Gruppe kamen, wurden kleine Kanonen gebaut und die Jungs forschten mit Chemikalien. Was Alex, Christian und Heinrich schon seit langem keine Ruhe lässt: Es müsste doch machbar sein, einen Computer so zu bauen, dass er nur noch einen Bruchteil des Stromes braucht wie eigentlich üblich. "Irgendwann saßen wir bei Cola und Burger und haben uns Gedanken gemacht", berichtet Christian.
Im vergangenen Oktober haben die Schüler sich bei Jugend forscht für die Kategorie Mathematik/Informatik angemeldet. Von da an mussten sie ran. Ihr Wunsch-Rechner sollte möglichst klein sein, wenig Krach machen und der Laptop-Akku sollte mit weniger Energie länger halten. "Wir haben in Offenburg 50 Leute befragt", sagt Christian, "das hat ergeben, dass unser Rechner für 80 Prozent der Befragten eine gute Basis wäre."
Jetzt, nach fast vier Monaten Arbeit, haben die Jungs – mit der Unterstützung von Betreuungslehrern aus der Experimentier-AG – ein vollständiges System für den Rechner erstellt. Letzte Feinheiten stehen noch an, doch bis zum Regionalwettbewerb soll alles laufen. Ihr Computer, den sie auf die wichtigsten Funktionen komprimiert haben, braucht nur noch 30 Watt. Normalerweise sind 150 bis 500 Watt notwendig, je nach Auslastung und Komponenten des Rechners. Hoffnung auf einen Sieg und die Teilnahme am Landeswettbewerb von Jugend forscht machen sich die drei nicht. Sie nehmen es locker, denn Computer sind nicht ihr Leben und Freaks seien sie schon gar nicht.
Christian engagiert sich in der Kirche. Seit zehn Jahren ist er Ministrant und leitet selbst ein Gruppe. Alex liebt jede Form von Kunst. Musik ist ihm wichtig. Vor einem Monat hat er die Band The Backbenchers gegründet, in der er E-Gitarre spielt. Welchen Musikstil Alex bevorzugt? "Natürlich Rock." Klassische Musik war jahrelang Heinrichs einzige Leidenschaft. Später kam der Blues dazu. Er ist ein Macher: "Ich höre selten Musik an, ich spiele lieber selbst." Nach dem Abitur will Heinrich zur Bundeswehr – "weil ich die Armee kritisiere". Alex erklärt es so: "Heinrich will es dort besser machen, er kritisiert nicht einfach nur."
Die drei 19-Jährigen leben nicht in einer Computerwelt, sie wollen einfach etwas Nützliches machen, wovon alle etwas haben. Wenn es dann noch den Juroren beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht gefällt – umso besser.
http://www.jugend-forscht.de
Interview (mp3) im Schiller-Podcast-Netzwerk