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Lesung mit Benedict Wells

Frech, witzig  und mit viel Charme präsentierte Benedict Wells am Mittwoch, den 25. März 2009 in einer Schullesung der „wortspiel“-Reihe den Schülern zweier 12. Klassen des Schiller-Gymnasiums seinen Debütroman „Becks letzter Sommer“.  

Er vermittelte den Schülern einen ersten Eindruck seines Werkes, indem er einige Textpassagen vorlas und zusätzliche Informationen gab, das Ende allerdings offen ließ. Der Roman sprach das junge Publikum durchaus an, da er für sie eine willkommene Abwechslung zu der alltäglichen Schullektüre darstellt. Im Gegensatz zu den doch oft sehr schwer verständlichen Texten großer Schriftsteller besticht Benedict Wells’ Roman durch Einfachheit und eine gute Mischung von Ironie und Tiefgründigkeit. Die Handlung reicht von der großen Liebe über den Traum von einer Musikkarriere bis hin zu Drogenproblemen und Enttäuschungen.

Im Anschluss war Benedict Wells für jegliche Fragen von Seiten der Schüler und Lehrer offen und beantwortete diese bereitwillig - und ehrlich. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht gab er, zur Verblüffung der Schüler, zu, weder den Deutschunterricht noch das Lesen und Schreiben an sich je gemocht zu haben. Dies bestätigten unter anderem seine Deutschnoten. Es falle ihm jedes Mal schwer, mit dem Schreiben zu beginnen, da er, wie er selbst sagt, keinerlei Talent dazu habe, sondern es für ihn jedes Mal harte Arbeit darstelle.

Zwei Jahre feilte er an seinem Erstlingswerk, wobei er allein ein Jahr für das Kürzen der ursprünglich 1500 Seiten benötigte. Trotz seiner gelegentlichen Zweifel an seinem schriftstellerischen Talent ließ er sich nicht unterkriegen, verzichtete auf ein Studium und widmete sich voll und ganz seinem Werk. Seine Hartnäckigkeit  zahlte sich letztendlich aus: Heute ist er der jüngste Autor, der beim „Diogenes“-Verlag unter Vertrag ist.

Die Natürlichkeit seines Werkes scheint auch die Verleger beeindruckt zu haben. Wells erzählte, dass es für ihn nie in Frage gekommen sei, ein Literatur-Institut zu besuchen, da er darin eine Einschränkung seiner schriftstellerischen Freiheiten gesehen habe. Die Frage, ob die Charaktere seines Romans, wie der drogenabhängige Hypochonder, das litauische Wunderkind oder der liebeskranke Lehrer, Teile seiner Persönlichkeit widerspiegeln, verneinte er. Sein Ziel sei es nicht gewesen, sich selbst in „Becks letzter Sommer“ darzustellen, sondern fiktive Figuren zu erschaffen, welche teilweise von Personen aus seiner Umgebung geprägt wurden.

Nach zwei Stunden mit Benedict Wells endete die Lesung, welche ein großer Erfolg war und die Schüler begeisterte. Das Schiller-Gymnasium erhielt ein signiertes Exemplar seines Romans, welches sich in nächster Zeit sicherlich größter Beliebtheit erfreuen wird. Benedict Wells ist der lebende Beweis dafür, dass man seine Träume durch Wille, Fleiß und Engagement verwirklichen kann.

 

Olivia Stern, Julia Kellerer