Fachschaft Musik


Der Oberstufenchor und das Sinfonieorchester sowie hervorragende Solisten begeisterten unter der Leitung von Winfried Oelbe das Publikum im vollbesetzten Schillersaal. | Foto: Heike Wipfler
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Auftakt zum Schiller-Jahr mit großem Oratorium
OFFENBURG. Ein Glanzpunkt im vielfältigen Musikleben des Schiller-Gymnasiums war das Konzert des Oberstufenchors und des Sinfonieorchesters, mit dem die Schule die Reihe ihrer Veranstaltungen zum Schiller-Jahr 2009 anlässlich des 250. Geburtstags ihres Namenspatrons eröffnete. Einleitend spielte das Orchester unter der Leitung von Gerhard Möhringer-Gross mit Friedrich Schilberg als Solist Beethovens bekannte Romanze in F-Dur für Violine und Orchester. Schilberg gelang eine beachtenswerte Interpretation, das Orchester begleitete tonschön und aufmerksam.
Hauptwerk des Abends war dann das Oratorium "Das Lied von der Glocke" nach Friedrich Schillers berühmtem Gedicht für neun Solostimmen, Chor und Orchester, komponiert vom Schiller-Zeitgenossen Andreas Romberg (1767 bis 1821). Romberg war nicht nur zu seiner Zeit ein berühmter Komponist, sein 1808 komponiertes "Lied von der Glocke" gehörte das ganze 19. Jahrhundert hindurch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein zu den populärsten Oratorien überhaupt. Sein Werk beinhaltet klangvolle Chorszenen, Solo-Arien, Duette und Ensemble-Sätze, dazwischen immer wieder das Leitmotiv des Glockengießermeisters.
Der große Chor des Schiller-Gymnasiums imponierte nicht allein durch seine Stimmgewalt bei den dramatischen Höhepunkten – auch die verhaltenen Szenen der Trauer und des Nachdenkens wurden mit einer für junge Menschen erstaunlichen Einfühlung und Intensität gesungen. Vor allem die Soprane beeindruckten mit der jugendlichen Strahlkraft ihrer Stimmen, aber auch die Altstimmen, die Tenöre und Bässe sangen mit großem Engagement, deutlich und lebendig artikulierend mit hör- und sichtbarer Lust am Singen und – trotz der riesigen Textmenge – immer mit aufmerksamem Blickkontakt zu ihrem Dirigenten Winfried Oelbe.
Auch das von Gerhard Möhringer-Gross einstudierte sinfonische Orchester spielte höchst engagiert und reagierte auf jeden Impuls des Dirigenten. Die vorzüglichen Solistinnen und Solisten des Gymnasiums waren Nathalie Kiefer und Jessica Milke (Sopran), Benjamin Heckmann und Daniel van der Valk (Bass), ehemalige Schülerinnen und Schüler: Evelyne Kühne (Alt), Jannis Kirchner (Bass) oder Lehrer des Schiller-Gymnasiums Winfried Eder (Bass) als Glockengießer-Meister, und Jens Weber (Tenor). Der professionelle Sänger Peter Erdrich, der die große Tenorpartie übernommen hatte, ist dem Schiller-Gymnasium als Stimmbildner im Rahmen der "Jugendakademie Musik" verbunden. Die Mitwirkenden der glanzvollen Aufführung wurden mit starkem anhaltendem Beifall des Publikums belohnt, das den Schillersaal bis auf den letzten Platz füllte.