Deutsch-Olympiade 2010 - Schulwettbewerb am "Schiller"
Nach der beeindruckenden Veranstaltung zur „Deutsch-Olympiade“ im vergangenen Jahr, bei der das Schiller-Gymnasium zwar zum ersten Mal beim Wettbewerb dabei, aber gleich Ausrichter des Regionalwettbewerbs war, gab es dieses Jahr „nur“ einen schulinternen Wettstreit am Schiller-Gymnasium.
Nach wochenlanger Vorbereitung im Deutschunterricht nahmen vier neunte Klassen am Schulwettbewerb der diesjährigen „Deutsch-Olympiade“ teil, der am Mittwoch, 10. Februar im Schillersaal ausgetragen wurde. Aus jeder beteiligten Klasse der Schule maßen sich je vier Schülerinnen und Schüler in den Disziplinen Reimen, Umschreiben, Erzählen, Erklären und Darstellen. Vorbereitungsmaterial und Aufgaben werden von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung zur Verfügung gestellt.
Die Gruppen müssen in jeweils zwei Minuten Vorbereitungszeit ein ganzes Gedicht, eine Geschichte oder einen Vortrag entwerfen, wofür dann auf der Bühne ebenfalls zwei Minuten zur Verfügung stehen – die ohne Requisiten, Stichwortzettel und andere Hilfsmittel ganz schön lang sein können.
Bei der ersten Disziplin, dem Reimen, merkte man, dass die Aufregung bei den Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern die Kreativität und Reaktionsfähigkeit noch lähmte. Bis zu den letzten beiden Aufgabentypen, dem Erklären und Darstellen, gelang es allen Gruppen dann immer besser, ihre Nervosität zu vergessen und mehr aus sich heraus zu gehen, auch wenn der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben stieg: Beim Erklären geht es beispielsweise darum, ein erfundenes Wort wie „Parkweh“ oder „Sparkrampf“ zu definieren. Da zeigten die Schüler ihre Erfindungsgabe – der Sparkrampf wurde zum Beispiel als Möglichkeit definiert, sich vor zu viel Geldausgeben zu bewahren, früher nur mit Chemikalien erreichbar, heute jedoch mittels eines Computerchips, der direkt ins Gehirn eingepflanzt wird.
Während die jeweils vier Akteure auf der Bühne ihr Bestes gaben, wurden sie von ihren Klassen im Publikum beobachtet. Ebenfalls sehr aufmerksam: die Jury, die aus den vier Deutschlehrern der Klassen und einem Schülervertreter pro Klasse bestand. Nach jeder Runde gab es eine Rückmeldung von der Jury – jedoch nicht pöbelnd und sarkastisch wie man’s vom Fernsehen kennt, sondern ausdrücklich konstruktiv. So erfuhren die Akteure immer wieder, dass sie gute Ideen gehabt hatten, dass es aber doch schwierig sein kann, einen großen Raum stimmlich auszufüllen. Auch die Schüler-Mitglieder aus der Jury fanden ihre Aufgabe „cool“: „Das würde ich am liebsten als Beruf machen!“ behauptet Florian aus der 9c.
Bei allen Aufgaben geht es um Flexibilität, Ausdrucksfähigkeit, Sicherheit im Auftreten und Zusammenarbeit: Lauter Qualitäten, da sind die beteiligten Deutschlehrkräfte sich einig, die die Schülerinnen und Schüler in der Schule und anderswo dauernd brauchen und die immer wieder trainiert werden müssen. Dabei entdecken die Lehrer auch gelegentlich Fähigkeiten an ihren Schülerinnen und Schülern, die bisher eher im Verborgenen geblüht haben: „Da erweist sich plötzlich einer als witzig und originell, der mit diesen Qualitäten im normalen Unterricht nicht aufgefallen ist“, sagt Birgit Seitz, eine der beteiligten Deutschlehrerinnen. Dabei galt das olympische Motto „Dabeisein ist alles“ – am Ende gewann das Team aus der 9d (Caroline Friedrichs, Antonia Kohler, David Mildenberg und Philipp Schmitt) den Schulwettbewerb, aber Erfahrung gewonnen hatten alle.