Die klimafreundliche Schule


Marek Czernohous (links) und Sibylle Laurischk (Zweite von rechts) packen gemeinsam mit Schülerinnen und einem Schüler der Klasse 10 a die Klimakiste aus (von links): Lena Bremberger, Anna Walter, Eike Schoop, Viktoria Bittel, Charlotte Klasen und Sofie Schülle . Foto: Ralf Burgmaier
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Mit der Aktion Klima! lernen Schüler des Schiller-Gymnasiums Ressourcen zu schonen.
OFFENBURG. Von Werkzeug-, Sand-, Seifen-, Vorrats- oder Beziehungskisten hat man schon gehört – aber Klimakisten? Was das ist, haben jetzt die Klasse 10 a des Schiller-Gymnasiums und Marek Czernohous vorgestellt. Geografielehrer Czernohous hatte sich beim Verein "BildungsCent" um das Klimaschutzprojekt beworben, das vom Bundesumweltministerium unterstützt wird. Das Schiller-Gymnasium ist nach Angaben des Lehrers bislang die einzige Schule in der Ortenau die eine Klimakiste erhalten hat.
Die Kiste, welche die FDP-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Offenburg, Sibylle Laurischk, gestern im Auftrag von Bundesumweltminister Norbert Röttgen im Schiller-Gymnasium offiziell überreichte, ist keinen Kubikmeter groß, aber randvoll gepackt mit Geräten, die den Schülern helfen sollen, ihre Schule in Sachen Energieeffizienz auf Vordermann zu bringen. In verschiedenen Projekten sollen die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Hilfe ermitteln, "welche Ressourcen an der Schule verbraucht werden und wie das zu optimieren ist, damit das Schiller-Gymnasium zum klimafreundlichen Ort wird", erläutert Marek Czernohous. Er hat im Internet von der Initiative erfahren und sich beim Verein BildungsCent um eine Klimakiste beworben. Der gemeinnützige Verein BildungsCent ist eine Initiative der Firma Herlitz, eines der größten Papier-, Büro- und Schreibwarenproduzenten der Welt mit Sitz in Berlin. BildungsCent setzt sich nach eigenen Angaben seit seiner Gründung 2003 bundesweit für die nachhaltige Förderung der Lehr- und Lernkultur in Deutschland ein.
Mit dem Infrarotmessgerät die Temperatur an der Fassade messen
Die Klimakiste enthält zum Beispiel ein Infrarotmessgerät, mit dem die Schüler die Temperatur auf Gebäudefassaden messen und damit etwa in der Heizperiode feststellen können, wie viel Heizwärme das Schulgebäude etwa über die Fenster verliert. "Daraus lässt sich ersehen, ob die Investition in neue Fenster den Schulträger nicht billiger kommt", lenkt Marek Czernohous den Blick auf die wirtschaftliche Seite des Energiesparens. Daran zeigte sich auch Sibylle Laurischk als Offenburger Stadträtin lebhaft interessiert, die Lehrer und Schüler aufforderte, ihre Erkenntnisse dem Schulausschuss des Gemeinderats mitzuteilen.
Auch ein CO2-Messgerät befindet sich in der Klimakiste, das beim Unterschreiten eines gewissen Sauerstoffwertes in der Raumluft piepst. "Wir haben das bei der letzten Lehrerkonferenz getestet. Da hat es aber nicht gepiepst", sagt Schulleiter Manfred Keller schmunzelnd, der zugleich betont, dass er die Aktion Klimakiste sehr begrüßt. Dass Fünftklässler im Fach Naturphänomene den Gas- und Stromverbrauch der Schule untersuchen oder Zehntklässler den Wasserdurchfluss der sanitären Anlagen messen, um anschließend etwa über Einsätze in den Wasserhähnen den Verbrauch zu reduzieren, dass die Schüler die optimale Lichtstärke in den Klassenzimmern ermitteln und dabei festgestellt haben, dass man auf einen Teil der Beleuchtung verzichten kann, begrüßt Keller ausdrücklich.
Autor: Ralf Burgmaier (BZ)