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Kafka - Eine Collage

 

Statt einer Rezension, die die Meinung nur des jeweiligen Rezensenten darstellt, haben die Deutschlehrer/innen Stimmen der Schüler/innen zu den Aufführungen gesammelt, gesichtet und hier zusammengestellt – unsere Antwort auf „Kafka – eine collage“ ist eine Collage aus Schülermeinungen, vielseitig und bunt wie der Abi-Jahrgang 2012.

 

Das Stück enthielt einige Unklarheiten und Szenen, die auch anders hätten interpretiert werden können. Über das Nachgespräch wurden einige Unklarheiten beseitigt, doch Dinge wie z.B. die Knochen wurden zu ausführlich bzw. zu stark interpretiert. (Thomas, Christian, O1g)

Generell eine tolle Idee, eine solche Aufführung in der Schule zu zeigen. Besonders der Schauspieler hat durch seine Art eine Atmosphäre geschaffen, durch welche alle konzentriert bei der Sache waren. Obwohl es sich bei Kafka oftmals um schwer verständliches Material handelt, war, auch durch das gelungene Bühnenbild, das meiste recht verständlich. (Clemens, O1g)

Der Schauspieler hat das Stück sehr gut rübergebracht und man konnte viele Parallelen zwischen Josef K. und „Franz K.“ ziehen. Allerdings war das Gespräch mit dem Regisseur nach dem Stück unstimmig zu den Handlungen. Es war schwer, sich in das Stück reinzudenken. (Franziska, Katja, O1g)

Die intime Atmosphäre ermöglichte einen tiefen Einblick in Kafkas Gedankenwelt. Diese besondere Situation blieb im Gedächtnis hängen und ermöglicht Zusammenhänge zu späteren Zeitpunkten zu erschließen (z.B. in Klausuraufgaben). Vor allem die Nachbesprechung half beim Verständnis weiter. (Hanna, Hannah, O1g)

Uns persönlich hat das Theaterstück über Franz Kafka nicht sonderlich gefallen und unserer Meinung nach hat es uns auch nicht weitergebracht in unserem Interpretationsverständnis über Kafkas Werke. Das Nachgespräch war aufschlussreicher als das Theaterstück an sich. (Valerie, Ineke, Eva, O1g)

Absurd und kafkaesk – ein schweres Stück, welches ohne Vorwissen fast unmöglich zu verstehen ist. (Monika, O1i)

Beeindruckt hat mich die schauspielerische Leistung (seine Gestik, Mimik), wie er sich in die Rolle hineinversetzen und mit ihr identifizieren konnte. (Eric, O1i)

Genie und Wahnsinn liegen oft nah beieinander. (Felix L., O1i)

Schauspielerisch geniale Leistung – daher halb so schlimm wie erwartet. (Florian, O1i)

Eine ganz neue Kategorie in Sachen Theaterkultur. (Felix G., O1i)

Kafkas gestörtes Verhältnis zum autoritären Vater kam nicht zum Ausdruck. (Natalie, O1i)

Kafkas Beziehung zu Frauen sowie seine damit verbundenen Ängste kamen in diesem Stück gut zum Ausdruck. (Natascha, O1i)

Die Ängste und Zweifel Kafkas wurden schauspielerisch sehr gut umgesetzt. Schlüssig für mich war, dass viele in den Briefen thematisierte Lebenssituationen auch in mehreren Geschichten auftauchen (z.B. in „Der Nachbar“). (Niklas, O1i)

Es wurden auch Seiten Kafkas beleuchtet, welche nicht im Unterricht behandelt wurden. Im anschließenden Gespräch wurde die Inszenierung entschlüsselt. (Victor, O1i)

Ein schwieriges Stück, was das dramatische Innenleben von Kafka deutlich machen soll. (Rebekka, O1i)

 

Die Schauspielleistung war zwar sehr gut, doch die beabsichtigte Wirkung auf den Zuschauer wurde nicht ganz erreicht. Erst beim anschließenden Gespräch mit dem Regisseur wurden dessen Gedankengänge klar und die „Collage“ machte mehr Sinn. Insgesamt wirkte es eher langweilig. (Manuel, O1e)

Kein Zusammenhang zum Buch. (Julian, O1e)

Es war ein guter Schauspieler, aber der Regisseur hat seltsame Ideen zur Umsetzung gehabt. (Benedict, O1e)

Die Aufführung war interessant, jedoch inhaltlich verwirrend. Erst nach dem anschließenden Gespräch wurden die meisten Dinge klar. Sodass die Aufführung im Ganzen eine für mich neue Sicht auf Kafka und seine Werke bot. (Malte, O1e)

Der Schauspieler war gut und sehr nett, das Schauspiel hat mich nicht weiter informiert, brachte mir für die schulische Laufbahn gar nichts. Eine nette Abwechslung zum Unterricht, aber nicht sinnvoll. 6 Euro für eine Pflichtveranstaltung sind deutlich zu viel. (Jennifer, O1e)

Die schauspielerische Leistung war exzellent. Leider war der Inhalt nicht sehr hilfreich und eher verwirrend. Es hatte wenig bzw. gar nichts mit dem „Proceß“ zu tun. Die Sprache, welcher der Regisseur verwendete, war nicht angemessen (zu hochgestochen). (Claudius, O1e)

Eine interessante, Gedanken anregende Vorführung mit guter schauspielerischer Leistung. Die Szenen enthielten mehrere Interpretationsmöglichkeiten – gut. (Simon, O1e)

Man muss einiges über Kafka wissen, um das Stück zu verstehen (biografische Hintergründe). Das Stück kann für Interpretationen helfen. (Jana J., O1e)

Gute schauspielerische Leistung. Hab die Geschichte während des Stückes nicht verstanden. (David, O1e)

Der Schauspieler war sehr ausdrucksstark und hat ein Bild von Kafka vermittelt, das sehr zu seinen Tagebüchern passt. Man kann sich gut vorstellen, dass es so in Kafka ausgesehen haben mag. Seine inneren Konflikte wurden mit einfachen Bildern (Knochen, Papierbahnen) gut dargestellt, wenn auch nicht auf den ersten Blick verständlich. Dies ließ auch eigenen Interpretationsraum. (Natalie, O1f)

Kafkas Verhalten konnte ich nach der Vorstellung viel besser verstehen. (Fabienne, O1f)

Diese Ein-Mann-Theaterstück hat mich auf ganzer Linie sowohl beeindruckt als auch dazu inspiriert, mehr über Kafka erfahren zu wollen. Sowohl die schauspielerische Leistung als auch die Regieleistung erklärten mir Kafka auf verständliche Weise. Abstrakt und trotzdem selbsterklärend wurden Requisiten eingesetzt, Briefe und Tagebucheinträge collagenartig zu einer Identität zusammengefügt. Zum Schluss stand da Kafka vor uns, zumindest hatte man den Eindruck… (Jana, O1f)

Ich war begeistert von der Vorstellung. Alles war in sich schlüssig und ausgezeichnet inszeniert. Der Regisseur verstand es, Kafka und seine Situation treffend darzustellen. Doch am allermeisten begeisterte mich der Schauspieler mit seiner überaus guten Leistung. Ich selbst bin im Theaterkurs und ich bewundere, wie er die Rolle gespielt hat. (Jessica, O1f)

Die Idee, aus unzähligen Tagebucheinträgen und Briefen eine Collage zu erstellen, fand ich genial. Die Szenen und Bilder waren dadurch wirkungsvoll und bleiben in Erinnerung. Allein schon die Tatsache, dass die Ausarbeitung der Collage eine Riesenarbeit gewesen sein muss, wirkt auf mich faszinierend. (Vanessa, O1f)

Meiner Meinung nach war der Schauspieler perfekt. Er hat das Stück so gespielt, wie man sich Kafkas persönliches Verhalten vorstellt. Davon war ich begeistert. Trotz allem finde ich, dass es schwer ist, Kafka zu verstehen, aber das Stück hat mir geholfen, es besser zu verstehen. (Sofia, O1f)

Ich finde gerade bei einem so komplizierten Menschen wie Kafka eine Collage nicht angemessen. Da wird alles zusammen verwurstet und zu einem Eintopf gekocht.  – Ich fand den Schauspieler ziemlich gut, er hat sich voll reingelegt und man konnte sich die schwierige Lage von Kafka gut vorstellen. Das konnte ich allerdings auch schon bei der Lektüre. – Ich fand das Ganze ziemlich billig gemacht – nur ein einziger Schauspieler, und nur so ein paar Tische drumrum, und das für 6 Euro. – Die Gespräche hinterher waren richtig gut. Der  Regisseur und der Schauspieler haben alles gut erklärt und sich auf die Fragen eingelassen. Sie waren cool und haben einem nicht das Gefühl gegeben, dass man als Schüler keine Ahnung hat. – Die Idee mit den Knochen fand ich interessant. Aber wo bleibt der andere  Kafka – der angesehene und beliebte, erfolgreiche und geschätzte Jurist? Seine Innenwelt kennt man ja langsam, interessant wäre jetzt mal zu hören, wie er von außen wahrgenommen wurde. Ich glaube, dann würde es echt verrückt! (diverse Schüler/innen der O1c)

Eine höchst verwirrende Inszenierung von Kafkas Innerstem. Ein gutes Stück, aber ungeeignet zum weiteren Verständnis des „Proceß“. – Das Stück war gleichzeitig strukturiert und durcheinander, der Schauspieler wechselte oft abrupt zwischen verschiedenen Gefühlen. Die Symbole seiner Handlungen und der Requisiten waren teilweise erst in der Nachbesprechung zu verstehen. Insgesamt aber ein gelungener Eindruck von Kafka, der sich zwar nicht direkt auf den „Proceß“ bezog, einem aber die Person Kafka näher brachte. – Das Stück ließ sehr viel Interpretation zu, was mich sehr faszinierte, da eine solche Vorstellung zum Denken anregt. Die Emotionen, die gezeigt wurden, waren für diese intime Atmosphäre, so nah am Schaupieler und der Bühne, zu deutlich, was die Emotionen lächerlich und übertrieben wirken lässt. – Interessantes Thema, jedoch eine merkwürdige Umsetzung. Der Schauspieler hat in der Rolle als Kafka nicht unbedingt überzeugt, weil alles ein bisschen überzogen und theatralisch gewirkt hat. – Die schauspielerische Leistung war beeindruckend. Kafkas extreme Charakterzüge wurden gut dargestellt. (diverse Schüler/innen aus dem Kurs „Literatur und Theater“)