Die Geschichte des Schiller-Gymnasiums
Das heutige Schiller-Gymnasium kann auf eine Entwicklung zurückblicken, die nach mancherlei Initiativen von Offenburger Bürgern, zeitweiligen Neueinrichtungen von Lehranstalten mit verstärktem Fremdsprachen- und naturwissenschaftlichem Unterricht schließlich 1894 zur Gründung der Bürgerschule führte. 1899 wurde sie zu einer Schule mit insgesamt sechs Klassen ausgebaut und bezog ihr erstes eigenes Gebäude. Eine erhebliche Schülerzunahme führte dazu, dass die Stadt Offenburg sich dem Wunsch der Schule und vieler Eltern, die Schule zu einer Oberrealschule auszubauen, nicht länger verschließen konnte.
1912 erfolgte die Sanktionierung als Oberrealschule, so dass von diesem Jahr an das Abitur an der Schule abgelegt werden konnte. 1915 erhielt die Schule dann auch ein neues Gebäude - es ist mit seinem Türmchen zu einem markanten städtebaulichen Wahrzeichen der Oststadt geworden.
Die Zwischenkriegszeit mit der zunehmenden Politisierung des Schulwesens ging auch an der Oberrealschule nicht spurlos vorüber. Der neue Staat nach dem Übergang zur nationalsozialistischen Herrschaft ergriff bewusst jedes Mittel um die Jugend in seinem Sinne zu formen und auszurichten. Auch den Lehrern wurde es immer schwerer gemacht, ihrem ursprünglichen Erziehungsauftrag nachzukommen. 1938 musste der letzte jüdische Schüler die Schule verlassen. 1940 wurde die Turnhalle als Internierungslager für jüdische Mitbürger missbraucht, die hier zusammengetrieben worden waren und dann nach Südfrankreich in ein Lager weggeführt wurden. 1937 schließlich erhielt die Schule eine neue Bezeichnung: "Schiller-Schule, Oberschule in Offenburg / Baden". Der zweite Weltkrieg ließ keinen geregelten Unterricht mehr zu: Einberufung von Schülern und Lehrern, Funktion der Schule als Luftschutzraum, teilweise als "Pionierkaserne", machten einen normalen Unterricht völlig unmöglich. Die Schule musste sogar den Unterricht in ein Hotel nach Triberg verlegen, um den Schulbetrieb weiter aufrecht halten zu können.
1945 wurde der Unterricht im Gebäude wieder zugelassen, man musste sich aber mit drei anderen Schulen den Platz teilen. 1948 erhielt das Schiller-Gymnasium seinen jetzigen Namen; in diesem Jahr wurde auch das Zentral-Abitur nach französischem Vorbild eingeführt. Eine stark zunehmende Schülerzahl machte einen Neubau notwendig, der 1974 eingeweiht werden konnte. 1991 wurden die Baumaßnahmen mit der Renovierung der alten Turnhalle zum Schiller-Saal abgeschlossen. Die Schule hat nach ihrem Schülerhöchststand 1979/80 mit 1450 Schülerinnen und Schülern heute eine Schülerzahl von 1150 Schülern. Sie ist somit das größte allgemeinbildende Gymnasium Offenburgs.