15 Lehrkräfte am Schiller-Gymnasium verabschiedet / Knapp dreistündige Feier mit originellen Geschenken und buntem Programm.

OFFENBURG. Von 15 Lehrerinnen und Lehrern nahm das Schiller-Gymnasium kürzlich Abschied. So mancher von ihnen hat die Schule nachhaltig geprägt. Gefeiert wurde dies knapp drei Stunden lang, unter anderem mit einer historisch-literarischen Lesung und vielen originellen Geschenken, etwa dem „Geist der Schule“ in flüssiger Form.

verabschiedet (von links): Gernot Schmidt, Claudia Roth-Reichel, Anke Werner und Helmut Schmid Foto: Schödl

Helmut Schmid
Eine „Schillersche Legende“, so hatte schon einige Tage zuvor, anlässlich der Einweihung des renovierten Sportplatzes, ein Schüler seinen Sportlehrer Helmut Schmid bezeichnet, der nun nach über 37 Jahren Unterricht am Schiller-Gymnasium in den Ruhestand geht. Auch wenn Schulleiter Manfred Keller das Wort „Legende“ etwas relativierte, da es angesichts der Fitness des Neu-Pensionärs zu sehr nach „alter Zeit“ klinge, so war sich die gesamte Schulgemeinschaft doch einig, dass sie eine außerordentliche Lehrerpersönlichkeit verliert. Helmut Schmid hat den Sport am Schiller geprägt, gefördert und weiterentwickelt: Er hat in den Sport-LK und die Talentförderung Volleyball ins Leben gerufen, die von großen Erfolgen und zahlreichen Bundesfinalrunden in Berlin gekrönt wurde. Er hat die Kooperation Schule-Verein kontinuierlich gepflegt und übrigens auch den VCO mit gegründet, hat die Schülerolympiade und das „Schulkonzept Herzogenhorn“ auf den Weg gebracht.

Vor allem hat er über fast 40 Jahre hinweg tagtäglich in der Turnhalle gestanden und Generationen von Schülern mit großem Engagement und mit freundlicher Zuwendung unterrichtet. Kein Wunder, dass die Schule ihm im Rahmen einer Sportgala eine besondere Ehre zuteilwerden ließ und dem erweiterten Sportplatz, den Namen „Helmut-Schmid-Platz“ gab. Die Sportfachschaft brillierte überdies mit einem Musical, in dem der scheidende Kollege die Hauptrolle spielte.

Anke Werner
Französisch- und Sportlehrerin Anke Werner erhielt mit dem „Schiller-Spirit“ ein besonders originelles Abschiedsgeschenk von ihrer Fachschaft. Dieser „Geist der Schule“, auf gut deutsch gesagt, war in diesem Zusammenhang eine Flasche Schwarzwälder Kirschwasser, die mit einem neuen Etikett versehen wurde.

Nach acht Jahren am Schiller, während derer Werner in äußerst engagierter Weise sowohl ihren Unterricht als auch ihre verschiedenen Funktionen als Oberstufenberaterin, Koordinatorin des Lons-Austausches und Fachbetreuerin Französisch bestritt, erhielt Werner neben dem Schiller-Spirit noch badische Spezialitäten und alemannischen Lesestoff, um in ihrer alten und neuen Heimat Berlin die süddeutsche Zwischenstation nicht zu vergessen.

Jürgen Vörg
Fast neun Jahre lang hat Jürgen Vörg am Schiller-Gymnasium die Fächer Chemie und Geographie unterrichtet. Den Schülern wird neben seinem temperamentvollen und originellen Unterricht besonders ein Projekt in Erinnerung bleiben, das er zusammen mit einem Kollegen ins Leben gerufen hat: „Schiller in Space.“ In Kooperation mit der Hochschule Offenburg wurde dabei ein Wetterballon in die Stratosphäre geschickt, dessen Messergebnisse die Schüler in einer Arbeitsgemeinschaft auswerteten. So konnten diese bereits in ihrer Schulzeit wissenschaftliche Forschung praktizieren.

Gernot Schmidt
Er brachte es auf zwölf Schiller-Jahre: Zusätzlich zu seinen „offiziellen“ Fächern Geographie und Biologie unterrichtete Gernot Schmidt unterschwellig immer auch das Fach „Ökologie“. Sowohl Schulleiter Manfred Keller als auch die beiden Fachschaften, die sich zur Präsentation eines gefühlvollen Verabschiedungsgedichts zusammengetan hatten, wiesen darauf hin, dass die Bewahrung der Schöpfung stets ein zentrales Anliegen von Gernot Schmidt gewesen sei.

Zum Dank bedachten sie ihren scheidenden Kollegen, der während seiner Dienstzeit zeitweise auch Gesundheitsbeauftragter und des verantwortlicher Redakteur des Schiller-Jahrbuchs war, mit einer Reihe lustiger Geschenke. Darunter befand sich auch ein mit einer Karte der Rheinebene bespannter Liegestuhl.

Claudia Roth-Reichel
Die Deutsch- und Geschichtsfachschaften veranstalteten zu Ehren ihrer scheidenden Kollegin Claudia Roth-Reichel eine literarisch-historische Lesung. Die Beiträge waren im Stile Fontanes, Kleists, Kafkas und anderer deutscher Dichter verfasst. Dabei wurde deutlich, dass Frau Roth-Reichel während ihrer 20 Jahre am Schiller ihren Schülern Freude an Literatur und Geschichte vermitteln konnte und zugleich eine sehr menschliche Ansprechpartnerin war. Als Leiterin der Schülerbibliothek gehörte die Anschaffung einer Büchervitrine zu ihren letzten Amtshandlungen. Dort werden den Schülern Lesetipps für die Ferien gegeben. Diese Vitrine, die unmittelbar am Haupteingang des Schiller-Gymnasiums angebracht wurde, ist gewissermaßen ein Vermächtnis von Claudia Roth-Reichel an ihre Schule.

Weitere Verabschiedete
Außerdem verabschiedet wurden die Referendare Lena Schrenk, Marcel Basler, Helge Piepenburg und Heinrich Kohler sowie die Lehrkräfte Sebastian Ahlswede, Anne Barske, Heloise Herz, Katrin Kreuzer, Johanna Moser und Heinz Schlegel.

aus: BZ 03.08.2017