Abschied von zwölf Lehrern an Offenburgs größtem Gymnasium

Fast ein Vierteljahrhundert war sie am Schiller-Gymnasium, insgesamt 39 Jahre war sie als Lehrerin aktiv: Elvira Mechling wurde am letzten Schultag vor den Sommerferien im Rahmen einer dreistündigen Feierstunde von ihrem Kollegium verabschiedet.

Von Anfang an war sie eine Pionierin, ein Motor, der vieles in Bewegung setzte. Vor allem die MINT-Fächer bildeten ihr Metier: Die Bereiche Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften wurden am Schiller-Gymnasium ganz maßgeblich von Elvira Mechling geprägt. Sie brachte das NWT-Profil auf den Weg, setzte sich vehement für die Einführung von IMP (Informatik, Mathematik und Physik) als neues Profil ein und leistete als Abteilungsleiterin über Jahre hinweg erfolgreiche Lobbyarbeit für alle Naturwissenschaften.

Am letzten Schultag hat wie immer die Verabschiedung der Kollegen stattgefunden, die das Schiller zu Schuljahresende verlassen (von links): Elvira Mechling, Miriam Brandt, Irina Belikow-Hand, Sara Wallochny, Florian Furtwängler, Tobias Rigsinger, Lisa Welle, Heike Ubben und Thomas Fischer. ©Christoph Keppler

Diese Fachbereiche hatten ihrer gemeinsamen Chefin schon beim Schillerhock tags zuvor eine phantasiereiche, bunte »MINT-Show« geboten, bei der sie es ordentlich krachen und qualmen ließen. Schulleiter Manfred Keller wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Elvira Mechlings Wirken keineswegs auf ihre Fachleitertätigkeit beschränkt war: Sie gehörte auch zum Planungsteam der Umbaumaßnahmen, die in Kürze auf das Schiller-Gymnasium zukommen. Und sie organisierte mit großer Liebe zum Detail regelmäßig die Projekttage am Ende des Schuljahres.

Die Mathematiker und Physiker mussten außerdem von Thomas Fischer Abschied nehmen, der nach elf Jahren am Schiller-Gymnasium eine neue Wirkungsstätte an der deutschen Schule in Varese, Italien, findet. Er selbst ließ in einer kurzen, humorvollen Ansprache einige Stationen seiner Tätigkeit (zu der auch die Organisation der Vergleichsarbeiten und der Schultestverfahren gehörte) Revue passieren, bevor seine Leistungen vom Physikchef und vom Chor der Mathematiker gebührend gerühmt wurden.

Helene Fischer war da

Auch sonst bewies das Kollegium Kreativität und musikalisches Talent bei dem Verabschiedungsreigen, den es veranstaltete: Chansons, Gedichte, Ansprachen in verschiedenen Sprachen wurden zum Besten gegeben, prominente Gestalten tauchten auf oder ließen sich hören (Frank Sinatra, Karel Gott, Friedrich Schiller). Nur als Helene Fischer persönlich vorbeischaute, meinte man unter ihrem blonden Haarschopf vertraute Gesichtszüge eines allseits bekannten Sportlehrers wiederzuerkennen.

Die Schlagergöttin gab sich die Ehre, um Tobias Rigsinger zu verabschieden: Mit den Fächern Englisch und Sport war er fünf Jahre lang am Schiller, das er aus privaten Gründen Richtung Schwabenland verlässt. Er wurde von beiden Fachbereichen mit viel Lob bedacht, die Sportler präsentierten eine Schlagershow und die Anglisten trauerten mit einem melancholischen Song: »The Tobi goes«. Schulleiter Keller betonte, dass Rigsingers Wirken für die Schule vor allem wegen seiner zahlreichen Aktivitäten als Verbindungslehrer und Erlebnispädagoge wichtig war: Er habe die Arbeit der SMV der Schule in den letzten Jahren entscheidend mitgestaltet.

Großes Bedauern gab es von allen Seiten über die Versetzung von Heike Ubben (Französisch, Deutsch), die zwar nur drei Jahre am Schiller unterrichtete, die aber wegen ihrer Vielseitigkeit, ihres Temperaments und ihres echt französischen Esprits nachhaltigen Eindruck hinterließ: Sie unterrichtete ihre Fächer in allen Stufen, organisierte zahlreiche Austauschfahrten nach Frankreich und brachte mit ihrem Naturell frischen Wind ins Lehrerzimmer.

Schließlich musste das Schiller-Kollegium sich von den Vertretungslehrkräften Lisa Welle (Biologie), Rainer Wieckenberg (Deutsch) und Marlon Zickgraf (Musik) sowie von den Referendaren Miriam Brandt, Irina Belikow-Hand, Sara Wallochny, Lennart Lein und Florian Furtwängler verabschieden: Mit ihnen allen hätte man gerne noch längere Zeit zusammengearbeitet. Aber wie jedes Jahr wusste der Lehrerchor »Die faulen Säcke« zum Abschluss der Veranstaltung zu trösten – halb ernst und halb witzig stimmte er ein auf die anbrechenden Sommerferien.

Johannes Petersen (OT 31.07.2018)