Am Freitag, 23. Oktober 2026, fallen die Busse der SWEG wegen eines erneuten Warnstreiks voraussichtlich den ganzen Tag weitgehend aus, auch die Offenburger Stadtbusse und die Schulbusse. Einen Ersatzverkehr gibt es nicht, die Züge fahren planmäßig.
Bitte den Schulweg für Freitag vorher klären: zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Zug oder in Fahrgemeinschaften. Der Unterricht findet wie geplant statt. Wer trotzdem nicht oder nur verspätet zur Schule kommen kann, gilt als entschuldigt, wenn die Schule sofort informiert wird, am besten über das Online-Formular Absenzmeldung auf unserer Homepage.
Welche Busse fallen aus?
Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der SWEG Bus GmbH zum vierten Mal seit Anfang September zu einem Warnstreik aufgerufen, diesmal für einen ganzen Tag. In der Ortenau betrifft das die Standorte Offenburg, Schutterwald, Kehl und Lahr, also die Offenburger Stadtbusse sowie die Regional- und Schulbusse der SWEG. Nach Angaben der SWEG bleibt ihr Busverkehr im Ortenaukreis am Freitag weitestgehend eingestellt, auch der Schulbusverkehr. Eine Ersatzbeförderung kann das Unternehmen nicht organisieren.
Nicht zum Streik aufgerufen sind die Züge, auch die der SWEG, und die Busse anderer Verkehrsunternehmen. Planmäßig fahren nach Angaben der SWEG außerdem die Busse ihrer Tochterfirmen in Schwetzingen, Rheinmünster, Pforzheim, Karlsruhe und Tübingen sowie der NVW Nahverkehr Mittelbaden-Walz GmbH.
Wichtig für die Planung: Laut SWEG zeigen Fahrplan-Apps, Internetseiten und die Anzeigen an den Haltestellen ausfallende Fahrten am Streiktag unter Umständen nicht an, weil auch die Busleitstellen bestreikt werden. Am sichersten ist es, am Freitag ganz ohne SWEG-Busse zu planen. Fragen zu einzelnen Linien beantwortet die SWEG-Servicezentrale unter 07821 9960770 oder info@sweg.de.
Was gilt für den Schulbesuch?
Die Schule findet am Freitag wie geplant statt. Die Schulpflicht gilt auch an Streiktagen. Nach den Regeln des Kultusministeriums dürfen Schülerinnen und Schüler, die wegen des Streiks nicht zur Schule kommen können und keine andere Fahrmöglichkeit haben, ausnahmsweise zu Hause bleiben. Sie gelten dann für diesen Tag als entschuldigt (§ 2 Absatz 1 der Schulbesuchsverordnung). Das gilt auch, wenn jemand wegen des Streiks nur verspätet ankommt.
Dafür muss die Schule sofort informiert werden, am besten vor Unterrichtsbeginn über das Online-Formular Absenzmeldung auf unserer Homepage. Im Feld „Bemerkungen“ genügt das Stichwort „Busstreik“. Wer das Formular nicht nutzen kann, schreibt eine E-Mail an poststelle@schiller-gym.og.schule.bwl.de.
Bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern meldet eine erziehungsberechtigte Person, Volljährige melden sich selbst.
Tipps für den Schulweg
- Vom Bahnhof zu Fuß: Wer mit dem Zug nach Offenburg kommt, ist vom Bahnhof in etwa zehn Minuten zu Fuß an der Schule.
- Fahrgemeinschaften: Familien aus derselben Klasse oder demselben Ort können sich absprechen und die Kinder gemeinsam bringen.
- Mehr Zeit einplanen: An Streiktagen sind mehr Autos und Fahrräder unterwegs als sonst.
- Kosten: Selbst organisierte Fahrten, etwa mit dem Taxi, werden nicht erstattet, auch nicht über die Mobilitätsgarantie des Tarifverbunds Ortenau (TGO). Monatskarten und Deutschlandtickets werden nach Angaben der SWEG für den Streiktag in der Regel auch nicht anteilig erstattet.
Warum wird gestreikt?
Ein weiterer Streiktag ist für viele Familien eine Belastung. Dahinter stehen aber Anliegen der Busfahrerinnen und Busfahrer, die unsere Schülerinnen und Schüler sonst jeden Tag zur Schule bringen. Verdi nennt zwei Gründe:
- Sichere Arbeitsplätze: Mehrere Buslinien der SWEG werden neu ausgeschrieben. Verliert die SWEG dabei Linien, befürchtet Verdi Kündigungen und spricht von rund 500 betroffenen Beschäftigten, auch in Offenburg und Lahr. Verdi fordert deshalb einen Tarif-Sozialplan mit Abfindungen und Geld für Weiterbildung. Über diesen Schutz wolle die SWEG nicht verhandeln, seit Monaten gebe es keinen Termin. Das ist nach Angaben von Verdi der Hauptgrund für den vierten Streik.
- Lohn: Verdi fordert 6,5 Prozent mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Arbeitgeberverband bietet nach Angaben von Verdi eine Einmalzahlung von 270 Euro sowie 3 Prozent mehr ab Dezember 2026 und weitere 2 Prozent ab Januar 2028, bei 26 Monaten Laufzeit. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 16. November.
Die SWEG sieht das anders: Über die Löhne verhandle der Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen, und dessen Angebot sei mehr als verhandlungsfähig. Die Folgen der Ausschreibungen seien nach dem Betriebsverfassungsgesetz Sache von Unternehmen und Betriebsrat, dafür liefen Sozialplanverhandlungen. Betroffen seien perspektivisch rund 100 Fahrerinnen und Fahrer. Den Streik am Freitag hält die SWEG wie die vorigen für unverhältnismäßig, verantwortlich dafür sei allein Verdi.
Weitere Streiktage hat Verdi bisher nicht angekündigt. Die Gewerkschaft warnt aber vor längeren und kurzfristigen Einschränkungen, falls sich die Arbeitgeber nicht bewegen.
Quellen
- Verdi Baden-Württemberg: Am Freitag erneut Warnstreiks bei der SWEG, Pressemitteilung vom 19. Oktober 2026
- Verdi: Eisenbahntarifvertrag (ETV) 2026, Stand nach der dritten Verhandlungsrunde am 5. Oktober 2026
- SWEG: Mitteilung „Ganztägiger Warnstreik SWEG Bus GmbH am 23.10.2026“ an Schulen und Verkehrsträger vom 20. Oktober 2026
- SWEG: Fahrtausfälle im Bahn- und Busverkehr der SWEG vom 30. September bis 2. Oktober 2026, Pressemitteilung vom 28. September 2026 (Sichtweise der SWEG)
- Tarifverbund Ortenau (TGO): TGO-Mobilitätsgarantie, Infoblatt (PDF)
- Kultusministerium Baden-Württemberg: Schulbesuch bei besonderen Einschränkungen auf dem Schulweg
Stand: 20. Oktober 2026. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Dieser Beitrag erschien zuerst zum Warnstreik im September und wurde für den neuen Streik aktualisiert.
Titelbild: Stadtbus Offenburg der Linie S2, Foto: Kevin.B, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0, Ausschnitt.