Von Mittwoch, 30. September, bis Freitag, 2. Oktober 2026, fallen die Busse der SWEG wegen eines erneuten Warnstreiks voraussichtlich weitgehend aus, auch die Offenburger Stadtbusse und die Schulbusse. Einen Ersatzverkehr gibt es nicht, die Züge sind nicht betroffen.

Bitte den Schulweg für alle drei Tage vorher klären: zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Zug oder in Fahrgemeinschaften. Der Unterricht findet wie geplant statt. Wer trotzdem nicht oder nur verspätet zur Schule kommen kann, gilt als entschuldigt, wenn die Schule sofort informiert wird, am besten über das Online-Formular Absenzmeldung auf unserer Homepage.

Welche Busse fallen aus?

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der SWEG Bus GmbH zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen zu einem Warnstreik aufgerufen, diesmal für drei ganze Tage. In der Ortenau betrifft das die Standorte Offenburg, Schutterwald, Kehl und Lahr, also die Offenburger Stadtbusse sowie die Regional- und Schulbusse der SWEG. Nach Angaben der SWEG bleibt der Busverkehr an allen drei Tagen voraussichtlich weitestgehend eingestellt, auch der Schulbusverkehr. Eine Ersatzbeförderung kann das Unternehmen nicht organisieren.

Nicht zum Streik aufgerufen sind die Züge, auch die der SWEG, und die Busse anderer Verkehrsunternehmen. Planmäßig fahren nach Angaben der SWEG außerdem die Busse ihrer Tochterfirmen in Schwetzingen, Rheinmünster, Pforzheim, Karlsruhe und Tübingen sowie der NVW Nahverkehr Mittelbaden-Walz GmbH.

Wichtig für die Planung: Laut SWEG sind Fahrplan-Apps, Internetseiten und die Anzeigen an den Haltestellen während des Streiks nicht verlässlich, weil auch die Busleitstellen bestreikt werden. Am sichersten ist es, an allen drei Tagen ganz ohne SWEG-Busse zu planen. Fragen zu einzelnen Linien beantwortet die SWEG-Servicezentrale unter 07821 9960770 oder info@sweg.de.

Was gilt für den Schulbesuch?

Die Schule findet an allen drei Tagen wie geplant statt. Die Schulpflicht gilt auch an Streiktagen. Nach den Regeln des Kultusministeriums dürfen Schülerinnen und Schüler, die wegen des Streiks nicht zur Schule kommen können und keine andere Fahrmöglichkeit haben, ausnahmsweise zu Hause bleiben. Sie gelten dann für diesen Tag als entschuldigt (§ 2 Absatz 1 der Schulbesuchsverordnung). Das gilt auch, wenn jemand wegen des Streiks nur verspätet ankommt.

Dafür muss die Schule sofort informiert werden, am besten vor Unterrichtsbeginn über das Online-Formular Absenzmeldung auf unserer Homepage. Im Feld „Bemerkungen“ genügt das Stichwort „Busstreik“. Wer das Formular nicht nutzen kann, schreibt eine E-Mail an poststelle@schiller-gym.og.schule.bwl.de.

Bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern meldet eine erziehungsberechtigte Person, Volljährige melden sich selbst.

Tipps für den Schulweg

  • Vom Bahnhof zu Fuß: Wer mit dem Zug nach Offenburg kommt, ist vom Bahnhof in etwa zehn Minuten zu Fuß an der Schule.
  • Fahrgemeinschaften: Familien aus derselben Klasse oder demselben Ort können sich absprechen und die Kinder gemeinsam bringen.
  • Mehr Zeit einplanen: An Streiktagen sind mehr Autos und Fahrräder unterwegs als sonst.
  • Kosten: Selbst organisierte Fahrten, etwa mit dem Taxi, werden nicht erstattet, auch nicht über die Mobilitätsgarantie des Tarifverbunds Ortenau (TGO).

Warum wird gestreikt?

Drei Streiktage am Stück sind für viele Familien eine Belastung. Dahinter stehen aber Anliegen der Busfahrerinnen und Busfahrer, die unsere Schülerinnen und Schüler sonst jeden Tag zur Schule bringen. Verdi nennt zwei Gründe:

  • Lohn: Verdi fordert 6,5 Prozent mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Arbeitgeberverband bietet nach Angaben von Verdi eine Einmalzahlung von 270 Euro sowie 2,8 Prozent mehr ab Dezember 2026 und weitere 2,2 Prozent ab Januar 2028, bei 28 Monaten Laufzeit, und verlangt zugleich Verschlechterungen beim Kündigungsschutz.
  • Sichere Arbeitsplätze: In den nächsten Monaten werden mehrere Buslinien der SWEG neu ausgeschrieben. Verdi befürchtet, dass Fahrerinnen und Fahrer dabei gekündigt werden, und spricht von rund 500 Beschäftigten, auch in Offenburg und Lahr. Verdi fordert deshalb einen Tarif-Sozialplan mit Abfindungen und Geld für Weiterbildung. Nach den beiden Streiks im September habe die SWEG nicht reagiert, der neue Streik solle sie an den Verhandlungstisch bringen.

Die SWEG sieht das anders: Die Lohnverhandlungen führe der Arbeitgeberverband, nicht die SWEG selbst, und dessen Angebot sei verhandlungsfähig. Die Folgen der Ausschreibungen regle sie mit den Betriebsräten über Sozialpläne. Betroffen seien perspektivisch rund 100 Fahrerinnen und Fahrer, nicht 500. Die Streiks hält die SWEG für unverhältnismäßig. Nach Angaben ihres Konzerngeschäftsführers Thilo Grabo bringt Verdi eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen.

Verdi hat den Streik nach eigenen Angaben früh angekündigt, damit die SWEG Zeit hat, auf die Gewerkschaft zuzugehen und den Streik noch abzuwenden. Ob das geschieht, ist offen.

Quellen

Stand: 28. September 2026. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Dieser Beitrag erschien zuerst zum Warnstreik am 14. und 15. September und wurde für den neuen Streik aktualisiert.

Titelbild: Stadtbus Offenburg der Linie S2, Foto: Kevin.B, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0, Ausschnitt.