Am Donnerstag und Freitag, 5. und 6. November 2026, fallen die Busse der SWEG wegen eines erneuten Warnstreiks voraussichtlich aus, auch die Offenburger Stadtbusse und die Schulbusse. Einen Ersatzverkehr gibt es nicht, die Züge fahren planmäßig.
Bitte den Schulweg für Freitag vorher klären: zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Zug oder in Fahrgemeinschaften. Der Unterricht findet wie geplant statt. Wer trotzdem nicht oder nur verspätet zur Schule kommen kann, gilt als entschuldigt, wenn die Schule sofort informiert wird, am besten über das Online-Formular Absenzmeldung auf unserer Homepage.
Welche Busse fallen aus?
Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der SWEG Bus GmbH zum fünften Mal seit Anfang September zu einem Warnstreik aufgerufen, diesmal für zwei Tage. In der Ortenau betrifft das die Standorte Offenburg, Schutterwald, Kehl und Lahr, also die Offenburger Stadtbusse sowie die Regional- und Schulbusse der SWEG. Nach Angaben der SWEG fällt auch der Schulbusverkehr voraussichtlich aus. Eine Ersatzbeförderung ist nicht möglich.
Die Züge sind zum Streik nicht aufgerufen, auch die der SWEG, ebenso die Busse anderer Verkehrsunternehmen. Planmäßig fahren nach Angaben der SWEG außerdem die Busse ihrer Tochterfirmen in Schwetzingen, Rheinmünster, Pforzheim, Karlsruhe und Tübingen sowie der SWEG Bus NVW GmbH.
Wichtig für die Planung: Laut SWEG stimmen Fahrplanauskünfte in Apps und im Internet sowie die Anzeigen an den Haltestellen an Streiktagen nicht immer, weil sich auch Beschäftigte der Busleitstellen am Streik beteiligen können. Am sichersten ist es, am Freitag ganz ohne SWEG-Busse zu planen. Fragen zu einzelnen Linien beantwortet die SWEG-Servicezentrale unter 07821 9960770.
Was gilt für den Schulbesuch?
Die Schule findet an beiden Tagen wie geplant statt. Die Schulpflicht gilt auch an Streiktagen. Nach den Regeln des Kultusministeriums dürfen Schülerinnen und Schüler, die wegen des Streiks nicht zur Schule kommen können und keine andere Fahrmöglichkeit haben, ausnahmsweise zu Hause bleiben. Sie gelten dann für diesen Tag als entschuldigt (§ 2 Absatz 1 der Schulbesuchsverordnung). Das gilt auch, wenn jemand wegen des Streiks nur verspätet ankommt.
Dafür muss die Schule sofort informiert werden, am besten vor Unterrichtsbeginn über das Online-Formular Absenzmeldung auf unserer Homepage. Im Feld „Bemerkungen“ genügt das Stichwort „Busstreik“. Wer das Formular nicht nutzen kann, schreibt eine E-Mail an poststelle@schiller-gym.og.schule.bwl.de. Wer am Donnerstag wegen des Streiks gefehlt und das noch nicht gemeldet hat, holt die Meldung bitte umgehend nach.
Bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern meldet eine erziehungsberechtigte Person, Volljährige melden sich selbst.
Tipps für den Schulweg
- Vom Bahnhof zu Fuß: Wer mit dem Zug nach Offenburg kommt, ist vom Bahnhof in etwa zehn Minuten zu Fuß an der Schule.
- Fahrgemeinschaften: Familien aus derselben Klasse oder demselben Ort können sich absprechen und die Kinder gemeinsam bringen.
- Mehr Zeit einplanen: An Streiktagen sind mehr Autos und Fahrräder unterwegs als sonst.
- Kosten: Selbst organisierte Fahrten, etwa mit dem Taxi, werden nicht erstattet, auch nicht über die Mobilitätsgarantie des Tarifverbunds Ortenau (TGO).
Warum wird gestreikt?
Zwei weitere Streiktage sind für viele Familien eine Belastung. Dahinter stehen aber Anliegen der Busfahrerinnen und Busfahrer, die unsere Schülerinnen und Schüler sonst jeden Tag zur Schule bringen. Verdi nennt zwei Gründe:
- Sichere Arbeitsplätze: Mehrere Buslinien der SWEG werden neu ausgeschrieben. Verliert die SWEG dabei Linien, befürchtet Verdi betriebsbedingte Kündigungen und spricht von rund 500 betroffenen Beschäftigten in mehreren Busunternehmen der SWEG. Verdi fordert deshalb einen Tarif-Sozialplan mit einer Abfindung von 8.000 Euro je Beschäftigungsjahr und 30.000 Euro je betroffener Person für Weiterbildung. Über diesen Schutz wolle die SWEG nicht verhandeln.
- Lohn: Für den Eisenbahntarifvertrag, der für über 30 Unternehmen gilt, fordert Verdi 6,5 Prozent mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Arbeitgeberverband bietet nach Angaben von Verdi eine Einmalzahlung von 270 Euro sowie 3 Prozent mehr ab Dezember 2026 und weitere 2 Prozent ab Januar 2028, bei 26 Monaten Laufzeit. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 16. November.
Die SWEG sieht das anders: Die Zahl von 500 Betroffenen entspreche nicht den tatsächlichen Verhältnissen, perspektivisch gehe es um rund 100 Fahrerinnen und Fahrer. Bei den bisherigen Ausschreibungen habe die SWEG mit dem Betriebsrat vor Ort gute Lösungen gefunden. Konzernweite Verhandlungen lehne sie ab. Über die Löhne verhandle der Arbeitgeberverband Deutscher Eisenbahnen, dessen Angebot vom 5. Oktober sei verbessert und mehr als verhandlungsfähig. Die Streiks hält die SWEG für unverhältnismäßig.
Weitere Streiktage hat Verdi bisher nicht angekündigt.
Quellen
- Verdi Baden-Württemberg: Weitere Warnstreiks bei der SWEG angekündigt, Pressemitteilung vom 2. November 2026
- SWEG: Fahrtausfälle im Busverkehr der SWEG am 5. und 6. November 2026 aufgrund von erneutem Verdi-Warnstreik, Meldung vom 2. November 2026 (auch Sichtweise der SWEG)
- Tarifverbund Ortenau (TGO): TGO-Mobilitätsgarantie, Infoblatt (PDF)
- Kultusministerium Baden-Württemberg: Schulbesuch bei besonderen Einschränkungen auf dem Schulweg
Stand: 5. November 2026. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Dieser Beitrag erschien zuerst zum Warnstreik im September und wurde für den neuen Streik aktualisiert.
Titelbild: Stadtbus Offenburg der Linie S2, Foto: Kevin.B, Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0, Ausschnitt.