Das Schiller-Gymnasium ehrt seine Ehemaligen
Schilleraner treffen sich in ihrer alten Schule und weihen Gedenktafeln für Hermann Sprauer und Alfred Tritschler ein.
OFFENBURG (BZ). Ehemalige des Schiller-Gymnasiums haben am Samstag ihr Goldenes und Silbernes Abiturzeugnis in Empfang nehmen können. Eine Rarität dürfte die Verleihung des Platin-Zeugnisses an Rudolf Glaser gewesen sein, der vor 71 Jahren die Abiturprüfung am „Schiller“ bestand, damals noch Oberrealschule. Anschließend wurde eine Gedenkstätte für zwei besondere Ehemalige enthüllt: Alfred Tritschler und Hermann Sprauer.
Diese Veranstaltung wird von den Schilleranern organisiert. Die Vereinigung ehemaliger Schiller-Schüler sei eine wichtige ideelle Unterstützerin, erklärte Schulleiter Manfred Keller bei seiner Begrüßung. Anschließend stellte Thomas Vauderwange, stellvertretender Vorsitzender, die Schilleraner vor: „Netzwerk ist nur noch durch mehr Netzwerk zu ersetzen.“ In der sehr kompetent von Schiller-Abiturient Julius Windisch am Jazzpiano umrahmten Feier schritt Direktor Keller zur Verleihung der Silbernen Abiturzeugnisse an Absolventen des Abi-Jahrgangs ’89 und der Goldenen Abiturzeugnisse an jene des Abi-Jahrgangs 1964. Der 89-jährige Rudolf Glaser, Oberst a. D. und einst Tournee-Pianist von Lale Andersen („Lili Marleen“), der 1943 sein Abitur abgelegt hatte, bekam nachträglich sein Platin-Abi-Zeugnis von Manfred Keller überreicht. Die kleine Festgesellschaft zog anschließend um in den Windfang des Haupteingangs. Dort hat die Schule in zwei große Glasscheiben die Namen der Abiturienten seit Gründung der Schule im Jahr 1912 bis zum Jahr 2013 einarbeiten lassen. Einige 1989er-Abiturienten zückten ihre Smartphones, um ihre Namen abzufotografieren. Dann wendete sich die Aufmerksamkeit der gegenüberliegenden Beton-Wand zu. Dort hat die Schule eine Gedenkstätte für zwei bedeutende Ehemalige eingerichtet: für Alfred Tritschler (1905 bis 1970) und Hermann Sprauer (1905 bis 1996). Die beiden Klassenkameraden taten sich als Bildende Künstler hervor. Tritschler als Leica-Pionier sowie als begnadeter Reportage- und Industriefotograf. Thomas Sommer, Großneffe Tritschlers, ließ ein Leben Revue passieren, in dem Fotoreportagen von einer Fahrt mit dem Luftschiff Hindenburg von Friedrichshafen nach Rio de Janeiro und von den Olympischen Spielen 1936 Höhepunkte waren. BZ-Redakteur Ralf Burgmaier würdigte anschließend die großen künstlerischen, pädagogischen und menschlichen Qualitäten Hermann Sprauers, von 1934 bis 1967 Kunstlehrer am Schiller, dessen Holz- und Linolschnitte einem Jahrhundert der Extreme die Kunstrichtung und die Utopie der Neuen Sachlichkeit entgegensetzte.
Ralf Burgmaier, Badische Zeitung

Thomas Sommer bei der Festrede zur Einweihung der Gedenktafel für Alfred Tritschler am Schiller-Gymnasium Foto: Ralf Burgmaier
